Diagnostik
Diagnosen sind menschliche „Konstrukte". Hilfsmittel. Sie beschreiben, an welchen Symptomen (z.b. fehlender Antrieb, depressive Stimmung) ein Mensch leiden kann. Diagnosen helfen zu verstehen, welche Aktivitäten durch Symptome beeinträchtigt werden. Sie weisen darauf hin, welche Unterstützung oder Behandlung nötig sein kann, usw.
Diagnosen sind keine absoluten Wahrheiten. Gesellschaftliche Entwicklungen und Forschung beeinflussen sie. Darum werden Diagnoseinstrumente immer wieder überarbeitet.
Menschen, denen es psychisch nicht gut geht, können Symptome aufweisen, die die Kriterien für eine Diagnose nach ICD 10 (International Classification of Diseases, 10. Version) erfüllen. Seit 2022 besteht nun eine neue, 11. Version.

Beispiel einer Diagnose: Depressive Episode, leicht, mittel oder schwer ausgeprägt… usw.
Manchmal ist es wichtig, Diagnosen zu formulieren. Um sich selbst besser zu verstehen. Oder damit man die nötige Unterstützung von Ärzten, der Kasse usw. bekommt.
Manchmal ist es aber wichtig, nicht über Diagnosen zu reden. Weil psychiatrische Diagnosen auch psychisch belastend, z.b. stigmatisierend oder reduzierend sein können.
Manchmal „passen" Diagnosen nicht. Nicht allen hilft die Sprache der Diagnostik, um sich zu verstehen. Dann lohnt es sich trotzdem, nach erklärenden Worten zu suchen. Uns Menschen kann es helfen, wenn wir das, was uns belastet, formulieren. So können wir mit anderen austauschen. Das widerum macht uns weniger alleine. Positive Verbundenheit mit anderen unterstützt die Stabilisierung der Psyche.