Die Psyche
Die Psyche ist ein beeindruckendes System. Sie sichert unser Überleben. Das tut sie mit einem ausgeklügelten Zusammenspiel von bewussten und unbewussten Wahrnehmungen, Gefühlen, Gedanken, Lern-Erfahrungen, Motiven, Impulsen, Kommunikationsarten, Verhaltensweisen. Um das alles zu leisten, muss die Psyche eng verbunden sein mit körperlichen Empfindungen und Funktionen.

Körperliche Zustände „korrespondieren" daher mit der Psyche und umgekehrt (Psyche <=> Soma). Wenn wir z.b. körperlich erschöpft sind, dann verhalten wir uns anders als wenn wir körperlich vor Energie strotzen. Psyche und Körper versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Und zu beschützen. Menschen können z.b. trotz psychischer Ausnahmezustände manchmal körperlich noch „automatisch" funktionieren. Und umgekehrt.
Doch Körper und Psyche sind nicht grenzenlos funktional. So wie der Körper aus dem Gleichgewicht geraten kann, durch eine Infektion oder einen Unfall, so kann auch die Psyche durch Belastungen aus der Balance geraten.

Ungelöste Konflikte können der Psyche zusetzen. Denn soziale Beziehungen sind für uns Menschen über-lebens-wichtig. Sie sind unsere Stärke. Aber sie machen uns auch verletzlich. So sind Verluste geliebter Menschen psychisch belastend. Oder auch das Ausgestossen-, Fremd-, Einsam-sein. Umgekehrt unterstützt ein gutes soziales Netz die Psyche bei weiteren Belastungen:
Verluste, z.b. von Arbeit, Sinn, Anerkennung oder Sicherheit (Naturkatastrophen, Pandemie) sind psychische Herausforderungen. Sie zeigen die Verletzlichkeit unserer Existenz. Erlebte Grenzverletzungen oder Gewalterfahrungen hinterlassen entsprechend einschneidende Spuren in der Psyche. Adäquate Unterstützung durch andere Menschen kann dem allem aber entgegenwirken.

Vergangenes „prägt" zudem die Psyche. Um uns psychisch „entwickeln" zu können, brauchten wir z.b. als Kind eine soziale Umgebung, die uns in den jeweiligen Altersphasen passend begleitete.
Beispiel: In der Sprachentwicklung gibt es eine „sensible" Phase. Mangelt es in dieser Phase an Kontakt mit Sprache, so leidet die Sprachentwicklung (und das Kind).
Zum Glück kann die Psyche gewisse Mängel oder Verletzungen ausgleichen. Sie versucht, sie zu kompensieren. Manchmal braucht es dazu vermehrt Energie. Oder Unkonventionalität, bzw. Kreativität. Oder/und Psycho-Therapie.